ZERNews
Kurdistan3 min read

Kurdistans "Runaki"-Projekt beseitigt jährlich 690.000 Tonnen giftiger Emissionen

Das ambitionierte Stromprojekt "Runaki" der Regionalregierung Kurdistans — der Name bedeutet auf Kurdisch "Licht" — vollzieht eine der bedeutendsten ökologischen und infrastrukturellen Transformationen in der modernen Geschichte des Irak. Seit seinem Start im November 2024 durch Premierminister Masrour Barzani hat das Projekt die giftigen Emissionen um geschätzte 690.000 Tonnen pro Jahr reduziert und die Stromversorgung für Millionen Menschen in der Region Kurdistan grundlegend verändert.

Was ist das Runaki-Projekt?

Seit Jahrzehnten sind die Bewohner der Region Kurdistan auf privat betriebene Diesel-Nachbarschaftsgeneratoren angewiesen, um ein unzuverlässiges öffentliches Stromnetz zu ergänzen. Diese Generatoren, die zu Tausenden existieren, waren eine ständige Quelle von Luftverschmutzung, Lärmbelästigung und finanzieller Belastung für die Haushalte. Das Runaki-Projekt zielt darauf ab, diese Abhängigkeit vollständig zu beenden, indem das öffentliche Stromnetz so ausgebaut wird, dass es bis Ende 2026 24 Stunden ununterbrochene Stromversorgung für jedes Haus liefert.

Die Initiative wurde am 14. Mai 2025 vom Ministerrat der Region Kurdistan einstimmig gebilligt, was den breiten politischen Konsens hinter den Zielen und der Umsetzungsstrategie des Projekts unterstreicht.

Rascher Fortschritt: 2,7 Millionen Bürger profitieren bereits

In nur wenigen Monaten seit seinem Start hat das Runaki-Projekt bemerkenswerte Meilensteine erreicht:

  • 2,7 Millionen Bürger — etwa 40 Prozent der Bevölkerung der Region Kurdistan — erhalten bereits rund um die Uhr zuverlässigen Strom aus dem öffentlichen Netz.
  • 2.517 Diesel-Nachbarschaftsgeneratoren wurden dauerhaft abgeschaltet, mit Plänen, mehr als 7.000 weitere Generatoren in der gesamten Region stillzulegen.
  • Das Projekt umfasst derzeit die drei großen Provinzen Erbil, Duhok und Sulaimaniyya, wobei die Provinz Halabdscha voraussichtlich bis Ende 2025 einbezogen wird.

Der Gouverneur von Erbil, Omed Khoshnaw, bestätigte, dass allein in der Provinz Erbil 1.400 Generatoren abgeschaltet wurden, was das Tempo des Übergangs in der Regionalhauptstadt verdeutlicht.

Umwelt- und Gesundheitsvorteile

Die ökologische Wirkung des Runaki-Projekts ist von enormer Tragweite. Die Beseitigung Tausender Dieselgeneratoren hat sofortige, messbare Verbesserungen bewirkt:

  • Luftqualität: Die jährliche Reduzierung von 690.000 Tonnen giftiger Emissionen bedeutet sauberere Luft für Millionen Bewohner, insbesondere in dicht besiedelten städtischen Vierteln, in denen zuvor rund um die Uhr Generatoren liefen.
  • Lärmbelästigung: Dieselgeneratoren sind bekanntermaßen laut. Ihre Entfernung hat eine spürbare Verbesserung der Lebensqualität gebracht, besonders in den Nachtstunden.
  • Öffentliche Gesundheit: Die verringerte Exposition gegenüber Dieselabgasen — die Feinstaub, Stickoxide und andere schädliche Schadstoffe enthalten — dürfte langfristige Gesundheitsvorteile für die Bevölkerung bringen.

Teil einer umfassenderen strategischen Transformation

Das Runaki-Projekt ist keine isolierte Initiative. Es bildet eine zentrale Säule der umfassenderen Umwelt- und Stadtentwicklungsstrategie der Regionalregierung Kurdistans, die mehrere ergänzende Programme umfasst:

  • Schließung städtischer Ölraffinerien: Kleine, umweltverschmutzende Raffinerien innerhalb der Stadtgrenzen werden geschlossen, um die Luftqualität weiter zu verbessern.
  • Neue Parks und Grünflächen: In den Städten der Region wird in städtisches Grün investiert.
  • Grüngürtel Erbil: Ein ambitionierter Umweltkorridor mit einer Länge von 78 Kilometern und einer Fläche von 66.115 Donum (ca. 16.500 Hektar) rund um die Stadt Erbil, der der Bekämpfung der Wüstenbildung, der Reduzierung von Sandstürmen und der Schaffung von Erholungsgebieten dient.

Schutz einkommensschwacher Familien

Ein zentrales Element des Runaki-Projekts ist seine soziale Dimension. Die zusammen mit dem Projekt genehmigte neue Stromtarifstruktur wurde gezielt so gestaltet, dass einkommensschwache Familien vor übermäßigen Kosten geschützt werden. Im bisherigen System zahlten Haushalte neben ihren regulären Stromrechnungen oft hohe monatliche Gebühren an private Generatorbetreiber. Der Übergang zu einer zuverlässigen öffentlichen Stromversorgung dürfte die Gesamtstromkosten für die meisten Familien deutlich senken.

Ein historisches Vorhaben

Vertreter der Regierung haben das Runaki-Projekt als eines der größten Projekte der öffentlichen Daseinsvorsorge in der Geschichte des Irak bezeichnet. Die Kombination aus Infrastrukturmodernisierung, Umweltsanierung und Sozialschutz stellt einen umfassenden Ansatz für ein Problem dar, das die Region seit Jahrzehnten belastet. Sollte das Projekt sein Ziel für 2026 erreichen, wird die Region Kurdistan zu einer der wenigen Gegenden im Irak — und im gesamten Nahen Osten — gehören, die allen Haushalten eine 24-stündige öffentliche Stromversorgung garantiert.